Ob der 400 Euro-Job bzw. der Minijob ein arbeitsmarktpolitischer Erfolg ist, interessiert die Betroffenen meist herzlich wenig, obwohl diesem Thema in den einschlägigen Medien sehr viel Raum gelassen wird. Insbesondere Schüler, Studenten und Hausfrauen sind erfreut darüber, dass sie mit der durch die Hartz 4-Gesetzte reformierten Rahmenbedingungen für die im Geringfügigkeitsrahmen stattfindende Beschäftigung sehr gute Verdienstmöglichkeiten bis zu einer Verdienstgrenze von 400 Euro – monatlich und steuerfrei – erhalten.
Arbeitgeber des Dienstleistungsgewerbes, der Gastronomie und des Handels greifen gerne für einfache Tätigkeiten auf schulisch gut ausgebildete Leute bzw. auf diejenigen zurück, die im Beruf standen und sich jetzt der Kindererziehung widmen.
Für die Arbeitgeber ist der 400 Euro-Job ein Gewinn, spart er doch so einen gewissen Teil an Sozialversicherungsbeiträgen, muss keinen Erholungsurlaub gewähren oder gar im Krankheitsfall das Gehalt weiterzahlen, was bei regulärer Tätigkeit anders aussieht.
Die berechtigten Zweifel, ob die Arbeitgeber des Kleingewerbes durch diese günstige und kaum Verpflichtungen gründende Möglichkeit der Arbeitskräftebeschaffung noch genug motiviert wären, reguläre Jobs – im Telefonmarketing oder anderswo – zu schaffen, bleibt von den Politikern unbeantwortet. Für die zählt ohnehin, dass Hinzuverdienstmöglichkeiten die aktuellen Statistiken der Bundesagentur für Arbeit verbessern, was in breiten Teilen der Bevölkerung mit großem Interesse verfolgt und als Parameter für erfolgreiche politische Arbeit gehalten wird und Darstellung findet.
Der Minijob macht es möglich, mit relativ geringer wöchentlicher Arbeitszeit einen aus der Steuerfreiheit resultierenden ansehnlichen Lohn zu erhalten.
Vergleicht man die Nettostundenlöhne in verschiedenen Arbeitsbereichen (zum Beispiel im Vertrieb, Telefonmarketing oder Telefonverkauf), die mit der Einarbeitung von zwar ausgebildeten aber berufsfremden Fachkräften besetzt werden, liegt der Nettoverdienst des Minijobbers oft deutlich höher. Er kann insoweit als sinnvolle vorübergehende Zuverdienstmöglichkeit angesehen werden, die besondere Lebenslagen erfasst.
Kategorie: Arbeit & Beruf


