Die Preisvorteile von EU-Neuwagen sind nicht allen Europäern zugänglich, sondern denen vorbehalten, deren Heimatstaat im Vergleich zum Mitgliedsstaat, aus dem der Import resultiert, günstige Dispositionsfaktoren bietet. Für Bewohner von Ländern mit hohen Lohnkosten, wie Deutschland, ist der Kauf der EU-Wagen durchauch interessant. Im Zentrum der Möglichkeiten dieses Marktphänomens steht der EU-Binnenmarkt, dessen grundsätzliche Bestimmungen sich aus dem Vertrag der Europäischen Gemeinschaft und der ergänzenden mit dem Schengener Abkommen getroffenen Einigung ergeben.
Danach ist das geographische Gebiet der 15 "alten" Mitgliedsstaaten ein einziger Wirtschaftsraum ohne Zollgrenzen, der Verbrauchern einige Vorteile bietet. Ziel dieser Wirtschaftsraumgestaltung ist der freie Waren- und Kapitalverkehr, das freie Angebot und die Annahme von Dienstleistungen sowie ein freier Personenverkehr.
Effekte dieser Regelung sind für den Verbraucher unterschiedlich bemerkbar. Eine größere Angebotspalette bietet dem Verbraucher enorme Vergleichsmöglichkeiten und durch Konkurrenz bewirkte Preisvorteile. Unternehmen sind also gezwungen, Produkte in besserer Qualität oder zu geringeren Preisen anzubieten, damit sie sich auf dem Markt behaupten. Die Kehrseite sind aber wirtschaftliche Trübungen bei den der Konkurrenz unterliegenden Unternehmungen und aus Arbeitnehmersicht ungünstige Auswirkungen auf die Konditionen des Personalmarktes – auch dies sollte man beim Kauf der preiswerten Reimporte beachten. Der Kauf beim heimischen Autohändler stärkt dagegen die Personalstruktur der regionalen Wirtschaft.
Die Praxis der EU Neuwagen führt dazu, dass Verbraucher Preisvorteile nutzen, in dem sie einen Wagen beziehen, der in einem anderen EU-Staat kostengünstig angeboten wird.
Beispielsweise günstige Nettoangebotspreise sind in Dänemark von Händlern gängige Praxis, da die Neuwagen bzw. EU-Reimporte von dänischer Luxussteuer – diese beträgt mehr als 150 Prozent – erfasst werden. Erwirbt ein (deutscher) Verbraucher ein
in Dänemark angebotenes Fahrzeug, dann entfällt dieser Steuersatz wegen internationaler Steuerabkommen für den Bundesbürger, der allerdings eine bundesdeutsche Versteuerung hinnehmen muss. Hierbei sind Preisvorteile von 30 bis 40 Prozent zu erzielen.
Eine andere Variante ist der Erwerb der EU Neuwagen in einem europäischen Mitgliedsstaat, dessen Lohnniveau niedriger ist, was entsprechende Auswirkungen auf Angebotspreise hat.
Kategorie: Auto & KFZ


